Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall

Wann ein Geschädigter Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall verlangen kann

Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall kann ein Unfallopfer grundsätzlich immer dann verlangen, wenn es unverschuldet in den Verkehrsunfall verwickelt wurde. Dann entsteht eine sog. Schadensersatzpflicht dem Grunde nach. Wie hoch der Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall jeweils ist, richtet sich nach dem Grad der Verletzungen.

Klar ist dabei, dass etwa ein gebrochenes Bein zu einem deutlich höheren Schmerzensgeldanspruch führt, als zum Beispiel eine leichte HWS-Distorsion.

Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall anhand der Schmerzensgeldtabelle?

Wenn es um die Höhe an Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall geht, hört man häufig etwas von einer Schmerzensgeldtabelle. Dies ist allerdings eine stark vereinfachte Bezeichnung. Denn im Grunde existieren keine verbindlichen Richtlinien für die Höhe an Schmerzensgeld, die sich tabellarisch erfassen lassen könnten. Das, was gemeinhin als Schmerzensgeldtabelle bezeichnet wird, ist vielmehr eine Sammlung von Rechtsprechung, aus der hervorgeht, für welchen Grad an Verletzungen in der Vergangenheit welches Gericht wieviel an Schmerzensgeld für angemessen erachtet hat.

Mit dieser Sammlung kann ein Rechtsanwalt wiederum gewisse Anhaltspunkte herleiten, wie hoch dann ein angemessenes Schmerzensgeld in dem von ihm zu bearbeitenden Fall sein müsste.

Letztlich kommt es bezüglich der Höhe an Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall immer auf den konkreten Einzelfall an. Entweder, Geschädigter und gegnerische Versicherung können sich auf einen Betrag einigen, oder das zuständige Gericht muss eine Entscheidung über die Höhe treffen.

Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall ohne Rechtsanwalt?

Theoretisch kann ein Unfallgeschädigter ein angemessenes Schmerzensgeld auch ohne Anwalt von der gegnerischen Versicherung verlangen. Ratsam ist dies jedoch nicht. Denn außer bei sehr geringen Verletzungen ist es für einen verkehrsrechtlichen Laien nahezu unmöglich, zu ermessen, wie hoch sein Schmerzensgeldanspruch ist.

Die gegnerische Versicherung kann dies natürlich durchaus beurteilen. Man darf sich aber nicht der Illusion hingeben, dass die gegnerische Versicherung ein Interesse daran hätte, dem Unfallopfer möglichst viel Schmerzensgeld zu bezahlen, im Gegenteil. Die gegnerische Versicherung hat natürlich ein Interesse daran, den Schaden so günstig zu regulieren, wie möglich.

Deshalb ist sie für das hilfesuchende Unfallopfer kein Ansprechpartner, der ohne Interessenkonflikt agieren würde.

Positiv ist für das Unfallopfer dabei aber, dass es die Kosten für einen Rechtsanwalt nicht selbst tragen muss. Denn der Geschädigte hat das Recht, sich auf Kosten des gegnerischen Versicherers von einem selbst ausgesuchten und fachkundigen Rechtsanwalt beraten und vertreten zu lassen.

Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall als Schmerzensgeldrente

Treten durch einen Verkehrsunfall so schwerwiegende Verletzungen ein, dass eine vollständige Genesung von den Unfallfolgen ausgeschlossen ist, kommt als Schmerzensgeld eine Schmerzensgeldrente in Betracht.

Die Höhe der Schmerzensgeldrente nach dem Verkehrsunfall richtet sich wieder nach den konkreten Aspekten des Einzelfalles (sie hängt also auch wieder vom Grad der Beeinträchtigung ab). Es gab in der Vergangenheit Fälle, in denen das zuständige Gericht zum Beispiel ein Schmerzensgeld im fünfstelligen Bereich und eine Schmerzensgeldrente von mehreren hundert Euro pro Monat für angemessen gehalten hat.

Dies kommt natürlich nicht bei einem leichten Schleudertrauma in Betracht, dazu müssen deutlich stärkere Beeinträchtigungen vorliegen.

Gerade bei derart starken Beeinträchtigungen ist in der Regel der Gang zum fachkundigen Rechtsanwalt unumgänglich.

Wie hoch kann Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall bei leichteren Verletzungen sein?

Einen Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall hat der Geschädigte nicht nur bei wirklich schweren Verletzungen, sondern grundsätzlich bei jeder Verletzung, die eine vorübergehende Beeinträchtigung nach sich zieht.

Besteht die Verletzung beispielsweise in einem Unterarmbruch, der normal verheilt, so können etwa EUR 2.000,- an Schmerzensgeld angemessen sein. Liegt hingegen eine Unterschenkelfraktur vor, ist das angemessene Schmerzensgeld bereits höher.

Wie kann der Anspruch auf Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall gesichert werden?

Erforderlich ist in jedem Fall, dass sich der geschädigte Verkehrsteilnehmer umgehend in ärztliche Behandlung begibt, damit die Verletzungen dokumentiert und behandelt werden können. Für den späteren Nachweis des Personenschadens sowie die Beurteilung der Schmerzensgeldhöhe ist der ärztliche Befund der Dreh- und Angelpunkt.

Deshalb ist es als Unfallgeschädigter notwendig, sofort einen Arzt aufzusuchen, da sich einige leichtere Verletzungen nach ein paar Tagen bereits nicht mehr als durch den Unfall verursacht nachweisen lassen.

Der Anspruch auf Zahlung von Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall verjährt grundsätzlich in drei Jahren zum Jahresende ab dem Zeitpunkt des Unfalles.