Das Überfahren einer roten Ampel – welche Konsequenzen hat das?

Im Straßenverkehr kann aus Unachtsamkeit schnell die Situation eintreten, dass eine rote Ampel übersehen und damit überfahren wird.

Welche (rechtlichen) Probleme und Konsequenzen sich beim Überfahren einer roten Ampel ergeben, zeigt der nachfolgende Beitrag des Deutschen Schadendienstes!

Ampelanlagen für die Verkehrssicherheit

Ampelanlagen (Lichtzeichenanlagen) wurden erstmals im Jahr 1868 eingesetzt, also bevor es überhaupt Autos gab. Der Apparat aus dem Jahr 1868 wäre auch kaum in der Lage gewesen, moderne Verkehrsverhältnisse zu regeln. Er wurde mit Gas betrieben und explodierte bereits kurze Zeit später.

Im heutigen Straßenverkehr wäre ein zügiger und sicherer Verkehrsfluss ohne Ampelanlagen nicht mehr möglich. Das Unternehmen Siemens, der größte deutsche Hersteller von Ampelanlagen, schätzt, dass es alleine im Gebiet der Bundesrepublik 1,5 Millionen Ampelanlagen mit den Farben rot, gelb und grün im Einsatz gibt.

Die Ampelanlage gibt dem Verkehrsteilnehmer vor, wie er sich bezüglich des hinter ihr liegenden Straßenabschnitts aktuell zu verhalten hat.

Rotlichtverstoß – der „Ernstfall“ der Missachtung

Natürlich kann es auch einen sog. Grünlichtverstoß geben, zum Beispiel dann, wenn ein Autofahrer an einer grün zeigenden Ampelanlage sein Fahrzeug zum Stillstand bringt. Unmittelbar sanktioniert wird dies jedoch nicht. Eine Ausnahme bildet lediglich der Fall, wenn ein Autofahrer irrig an einer grün zeigenden Ampelanlage bremst und deshalb der nachfolgende Autofahrer auf sein Fahrzeug auffährt. In dem Fall hat der Vorherfahrende jedenfalls ohne triftigen Grund gebremst und muss daher mit einer Mitschuld an dem Verkehrsunfall rechnen.

Sanktioniert allerdings wird der Rotlichtverstoß, als das Überfahren einer rot zeigenden Ampelanlage. Maßgeblich ist dabei allerdings nicht – wie man vielleicht denken könnte – die Haltelinie, sondern die Ampelanlage selbst. Wer also beim Anhaltevorgang noch ein Stück weit über die Haltelinie rollt, bevor sein Fahrzeug zum endgültigen Stillstand kommt, muss nicht fürchten, wegen eines Rotlichtverstoßes belangt zu werden. Dieses Verhalten könnte allenfalls einen Haltelinienverstoß darstellen, der deutlich milder sanktioniert wird.

Die zeitliche Dimension ist der maßgebliche Faktor

Es liegt auf der Hand, dass ein Rotlichtverstoß umso schwerer wiegt, je später nach Umschalten der Ampelanlage auf rot er begangen wird: Denn unmittelbar nach dem Umschalten wird der Querverkehr noch nicht angefahren sein, es werden sich also keine Verkehrsteilnehmer in der Kreuzung befinden. Einige Sekunden danach allerdings sieht die Situation gänzlich anders aus. Das Recht utnerscheidet daher zwischen dem sog. einfachen und dem sog. qualifizierten Rotlichtverstoß.

Der einfache Rotlichtverstoß

Von einem einfachen Rotlichtverstoß spricht man dann, wenn in den durch die Ampelanlage geschützten Bereich eingefahren wird während die Ampelanlage weniger als eine Sekunde zuvor auf rot geschalten hatte.

Der qualifizierte Rotlichtverstoß

Ein qualifizierter Rotlichtverstoß liegt demzufolge dann vor, wenn die Ampelanlage bereits länger als eine Sekunde rot gezeigt hatte, bevor das Einfahren in den dahinter liegenden Bereich erfolgt ist. Die damit verbundene erhöhte Gefahr für die Verkehrssicherheit führt zu einer stärkeren Sanktionierung.

Die Sanktionierung eines Rotlichtverstoßes

Entsprechend der Unterscheidung der Rotlichtverstöße ergeben sich die folgenden Sanktionierungen.

Einfache Rotlichtverstöße

  • 90 Euro Bußgeld, ein Punkt, wenn die Ampelanlage bei rot überfahren wurde
  • 200 Euro, zwei Punkte, ein Monat Fahrverbot, wenn dabei eine Gefährdung stattgefunden hat
  • 240 Euro, zwei Punkte, ein Monat Fahrverbot, wenn es dadurch zu einer Sachbeschädigung gekommen ist.

Qualifizierte Rotlichtverstöße

  • 200 Euro Bußgeld, zwei Punkte, wenn die Ampelanlage qualifiziert bei rot überfahren wurde
  • 320 Euro, zwei Punkte, ein Monat Fahrverbot, wenn dabei eine Gefährdung stattgefunden hat
  • 360 Euro, zwei Punkte, ein Monat Fahrverbot, wenn es dadurch zu einer Sachbeschädigung gekommen ist.
Anhand der Sanktionierung alleine ist also zu erkennen, dass Verkehrsteilnehmer vernünftig daran tun, auf Ampelanlagen zu achten und sich an die Lichtzeichen zu halten. In vielen Städten werden inzwischen übrigens auch Fahrradfahrer bei Missachtung von Ampelanlagen zur Rechenschaft gezogen.