Folieren oder lackieren — was ist besser?

Weiß, blau, schwarz und grau gelten als beliebteste Fahrzeugfarben. Gelbe, rote oder grüne Autos sind vergleichsweise selten auf Deutschen Straßen zu sehen. Beim Fahrzeugkauf spielt für die große Mehrheit der Käufer neben Laufleistung und Ausstattung auch die Fahrzeugfarbe eine wichtige Rolle. Doch was tun, wenn man sich an der Farbe des lieb gewonnenen fahrbaren Untersatzes im Laufe der Jahre schlicht satt gesehen hat? Lieber folieren oder lackieren? Welche Vor-, beziehungsweise Nachteile haben beide Methoden zur Farbmodifikation?

Der Deutsche Schadendienst klärt auf!

Voraussetzungen

Egal ob die Entscheidung am Ende für eine Folierung oder für eine Lackierung des Fahrzeuges ausfällt: ganz ohne Lack geht es einfach nicht. Denn dieser schützt die Karosserieteile vor schädlichen Umwelteinflüssen. Ist der Fahrzeuglack beschädigt, besteht die Gefahr der Rostbildung. In erster Linie dient die Lackierung des Autos also dem Schutz des Fahrzeuges. Der farblichen Gestaltung dient sie lediglich sekundär.

folieren oder lackieren

Folierung als zusätzlicher Schutz

Eine Folierung erfolgt mithin auf Grundlage einer Lackierung. Sie kann als zusätzlicher Schutz des Fahrzeuges dienen: schädliche Umwelteinflüsse wie Vogelkot müssen zunächst die Folierungsschicht überwinden um auf das Fahrzeug übergreifen zu können. In den meisten Fällen gelingt dies etwaigen Schadeinflüssen nicht.

Lediglich harte physische Einwirkungen wie Hagelschäden und größere Steinschläge sind dazu in der Lage, Folierung und Lackierung in Mitleidenschaft zu ziehen. Soll der Ausgangszustand wiederhergestellt werden, ist in diesen Fällen eine vergleichsweise aufwändige Doppelinstandsetzung von Lack und Folie von Nöten.

Kostengünstiger Farbwechsel dank Folierung

Nicht nur wirkt die Folierung als zusätzlicher Schutz; sie ist in der Regel auch deutlich kostengünstiger als eine Lackierung.

Der konkrete Kostenaufwand für einen Farbwechsel bemisst sich im Einzelfall aber nach der Menge der benötigten Folie und der Komplexität des Endmotivs. Sollen künftig beispielsweise komplexe grafische Darstellungen die Oberfläche des Fahrzeuges zieren, ist mit einem erhöhten Kostenaufwand zu rechnen. Ein „einfacher“ Farbwechsel ist hingegen schon für knappe 1000€ zu haben. Hier wird ein professioneller Lackierbetrieb in der Regel nicht mithalten können.

Flexible Farbgestaltung dank Folierung

Der Farbwechsel durch Folierung ist nicht nur kostengünstiger, er ist auch flexibler. Sollte die neue Farbe plötzlich doch nicht mehr dem Geschmack entsprechen, kann die Ursprungsfarbe durch einfaches Abziehen der Folie zum Vorschein gebracht werden.

Tipp: Dieser Flexibilität kann sich vor Allem beim Kauf von Neufahrzeugen bedient werden. Sollte die Wunschfarbe eine „ausgefallenere“ sein, empfiehlt es sich, den Wagen dennoch in konservativer Farbgebung in Auftrag zu geben. Die Wunschfarbe kann im Anschluss mittels Folierung erreicht werden, ohne dass eine „ausgefallene“ Farbwahl die Möglichkeit eines Weiterverkaufs einschränken würde.

„Wie hältst du’s mit der Beschädigung?“

Abgesehen von Flexibilität und Kostenaufwand ist auch zu beachten, wie gut sich beide Methoden zur Behebung von Beschädigungen eignen.

Im Fall der Folierung können etwaige Beschädigungen in Abhängigkeit der betroffenen Fahrzeugteile instandgesetzt werden. Im Fall der Lackierung hängt die Möglichkeit der Instandsetzung vom konkreten Schadensbild ab. Kleinere Beschädigungen können — vom Fall einer Mattlackierung abgesehen — meist problemlos behoben werden. Großflächige Beschädigungen machen aufwändige Nachlackierungen erforderlich.

Langlebigkeit der Lackierung

Der Vorteil der Lackierung besteht in ihrer Langlebigkeit. Eine gute Lackierung hält schlicht so lange wie das Auto selbst.

ZUSAMMENFASSUNG

Ob sich Folierung oder Lackierung im konkreten Fall eignen, um das eigene Kfz in Wunschfarbe erstrahlen zu lassen, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

Für eine Folierung spricht, dass diese Lösung kostengünstiger und flexibler als die Lackierung eines Fahrzeuges ist. Wiederverkaufsmöglichkeiten werden durch eine Folierung nicht eingeschränkt — denn die Farbgebung kann jederzeit rückgängig gemacht werden. Allerdings ist eine Folierung keine Lösung, die für die Ewigkeit gemacht ist. Ist ein dauerhafter Farbwechsel gewünscht, empfiehlt sich eine Lackierung.

In beiden Fällen gilt, dass Lackierung und Folierung durch professionelle Hand erfolgen sollten. Nur so ist gewährleistet, dass das gewünschte Ergebnis auch tatsächlich erzielt werden kann.

Allzeit bunte Fahrt — ob durch Folie oder Lack — wünscht der Deutsche Schadendienst!