Fahrsicherheitstraining — sinnvoll?

In den meisten skandinavischen Ländern gehört es zum ordentlichen Ausbildungsprogramm von Fahranfänger, hierzulande wird es vor allem in Zusammenhang mit älteren Verkehrsteilnehmern diskutiert: das Fahrsicherheitstraining. Wie sinnvoll ist ein Fahrsicherheitstraining? Was sind mögliche Trainingsinhalte? Lässt sich die eigene Fahrsicherheit durch ein Fahrsicherheitstraining tatsächlich steigern?

Der Deutsche Schadendienst klärt auf!

Von Sinn und Zweck

Sinn und Zweck eines Fahrsicherheitstrainings sind offensichtlich: der Fahrzeugführer soll in abgesicherter Umgebung mit meist ungewohnten Gefährdungssituationen konfrontiert werden. Ziel ist, bestimmte Verhaltensmuster zu erlernen, die im Ernstfall die Beherrschung potentiell auftretender Gefahrensituationen erlauben.

Ein Fahrsicherheitstraining soll also vor allem zu einer verbesserten Fahrzeugbeherrschung führen und allgemeine wie spezielle Verkehrssicherheit erhöhen.

Die Trainingsinhalte

Fahrsicherheitstrainings können unterschiedlichste Inhalte aufweisen. Trainingsprogramme werden nicht nur im privaten, sondern auch im professionellen Bereich angeboten. FahrsicherheitstrainingFür Personenschützer finden sich beispielsweise spezielle Kursangebote zum Fahren in Fahrzeugkolonnen, Evakuieren von Fahrzeugen und das Verhalten in Beschusssituationen. Ersichtlich sind diese Programme in den seltensten Fällen für den Privatbereich relevant.

Aber auch für private Fahrzeugführer hängt der spezifische Trainingsinhalt jedoch ganz vom Anforderungsbereich ab. So bietet der ADAC beispielsweise neben allgemeinen Fahrsicherheitstrainings auch spezielle Wohnmobil-, Offroad- und Oldtimer-Trainings an.

Generell richtet sich der Trainingsinhalt nach fahrerischen Fähigkeiten der Kursteilnehmer und dem konkreten Anforderungsbereich. In einem allgemeinen Fahrsicherheitstraining lauten die Trainingsinhalte beispielsweise:

  • Test des Verhaltens und der Grenzen des Fahrzeugs in verschiedenen Situationen
  • Fahrtechniken um kritische Situationen besser bewältigen zu können
  • Optimales Bremsen auf glatten und auf griffiger Fahrbahn
  • Auswirkung von Stress und Ablenkung auf das Reaktionsvermögen
  • „Fliehkräfte“ in Kurven- und Kreisbahnfahrten
  • Korrekte Sitzposition, Lenk- und Blicktechnik
  • Elektronische Fahrassistenzsysteme: ESP, ABS und Co.
  • Außerdem werden viele Informationen zu Fahrzeugtechnik, Fahrphysik und anderen elektronischen Fahrassistenzsystemen gegeben

Die Inhalte eines Offroad-Trainings lauten hingegen:

  • Beurteilung der Fahrzeuge hinsichtlich der Geländegängigkeit
  • Fahrtraining auf Kies- und Sandpisten
  • Steilauf- und Abfahrten
  • Praxistest: Wie viel Grad Steigung überwindet mein Fahrzeug
  • Steile Hänge und Wasserlöcher
  • Gräben, Schwellen und steile Senken

An der Teilnahme interessierte Autofahrer sollten die entsprechenden Trainingsangebote daher stets ehrlich an ihren (tatsächlichen) Fahrfähigkeiten ausrichten. Es ergibt wohl in den wenigsten Fällen Sinn, einen Fahranfänger vor dem Absolvieren von Grundlagen- und Vertiefungstrainings für ein Gelände- oder Gespannstraining anzumelden. In den meisten Fällen werden mangelnde Fahrfähigkeiten dazu führen, dass die Trainingsinhalte nicht zur gewünschten Verbesserung der Fahrzeugbeherrschung führen. Grundlegende Fähigkeiten sollten nämlich schon vor Aufnahme des Trainings vorhanden sein.

Wann lohnt sich ein Fahrsicherheitstraining?

Ein Fahrsicherheitstraining lohnt sich also ab einer bestimmten praktischen Fahrerfahrung. Konkret müssen die Fahrfähigkeiten zum jeweiligen Trainingsinhalt passen.

Ist dies der Fall, so kann ein entsprechendes Fahrsicherheitstraining zur Verbesserung des eigenen Fahrverhaltens und der Fahrzeugbeherrschung führen.

Der nachhaltige Erfolg der Trainingsmaßnahmen hängt selbstverständlich auch davon ab, in welchem Maße die erlernten Techniken tatsächlich in das alltägliche Fahrverhalten überführt werden. Der Verkehrssicherheit ist nicht gedient, wenn die Techniken nur im Rahmen der Übungseinheiten präsentiert werden um den Übungsleiter oder andere Kursteilnehmer zu beeindrucken.

Zusammenfassung

Eine gewisse praktische Fahrerfahrung und die Abstimmung von Kursinhalt und Fahrfähigkeiten vorausgesetzt, kann ein Fahrsicherheitstraining durchaus dazu beitragen, das eigene fahrerische Können zu erproben und zu verbessern.

Maßgeblich für ein Mehr an Verkehrssicherheit ist jedoch, dass das Erlernte auch tatsächlich in das Fahrverhalten überführt wird. Somit hängt es entscheidend vom individuellen (Fahr-)Verhalten ab, ob ein Fahrsicherheitstraining „sinnvoll“ ist, oder nicht. Schaden wird eine Kursanmeldung in jedem Fall nicht.

Allzeit Gute Fahrt wünscht der Deutsche Schadendienst!